Donnerstag, 9. Oktober 2014

Wer Durst hat, komme zu mir

Granatäpfel im Wadi Tavor
Am letzten Tag des Festes, dem großen Tag, stellte sich Jesus hin und rief: Wer Durst hat, komme zu mir, und es trinke, wer an mich glaubt. Wie die Schrift sagt: Aus seinem Inneren werden Ströme von lebendigem Wasser fliessen. (Joh. 7, 37-38)

Passend zum Tagesthema Schöpfung erheitern das vielfältige Bettelprogramm des Hotelkaters (und ebenso vielfältige Abwehrversuche des Hotelpersonals) unsere morgendliche Frühstücksrunde. 
Auf unserem Weg durch das Wadi Tavor begegnen uns ein Teil jener sieben Spezies, die in der Bibel und für das Laubhüttenfest eine besondere Rolle spielen: Gerste, Weizen, Granatäpfel, Feigen, Wein, Datteln und Oliven. Und wir begegnen der Unverantwortlichkeit des Menschen im Umgang mit dieser Schöpfung: Statt durch unberührte Natur wandern wir durch wilde Müllhalden. Der Kontrast zu den gepflegten Olivenhainen ist für Augen und Nase allzu deutlich spürbar.
Wilde Müllhalde im Wadi Tavor
Weiter auf unserem Weg, in Auja, treffen wir auf Fadi und sein Team vom Auja Umweltzentrum - und sehen, dass auch hier ein Umdenken einsetzt. Seit 2010 setzt sich das Zentrum in Zusammenarbeit von Friends of the Earth Middle East (Foeme) für Umwelterziehung, Wasseraufbereitung, Recycling und nachhaltige Energie ein. Viele kleine Projekte haben seither das Leben der Ortsgemeinschaft verbessert. Und zwar, auch eine schöne Erfahrung für uns, in Zusammenarbeit von Palästinensern, Jordaniern und Israelis. Den Abschluss des Nachmittags bildet unser eigener Beitrag: über hundert Säcke Müll und eine Kiste Glasscherben, aufgelesen im Wadi Auja. Ein winziger Beitrag zwar, aber immerhin: Wir waren so effektiv, dass das Foeme-Team nach der Hälfte der Zeit neue Müllsäcke kaufen musste...
Unser "Tageswerk"
Auch an diesem Tag begleiten uns also die Kontraste und konfrontieren uns mit dem Aufruf, nicht in den schönen Gedanken und Ideen hängen zu bleiben, sondern selber Hand anzulegen und den Worten Taten folgen zu lassen.

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